FAQ Mieterstrom

Warum gibt es das neue Mieterstromgesetz?
Bis zum Jahr 2025 sollen 45% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Neben dem schrittweisen Umstieg auf Erneuerbare-Energien-Anlagen setzt der Gesetzgeber auf die Mitwirkung der gesamten Bevölkerungsschicht. Dies soll den Ausbau konstant, kosteneffizient und netzverträglich erfolgen und die Akzeptanz regenerativer Energien fördern.

Was bedeutet Mieterstrom?
Als Mieterstrom wird der Strom bezeichnet, der lokal in Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf einem Gebäudedach produziert wird und an die Bewohner dieses Wohngebäudes geliefert wird. Diese Letztverbraucher verbrauchen den Strom somit unmittelbar dezentral vor Ort. Der Strom darf nicht ins öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden.

Wer betreibt die PV-Anlage bei Mieterstrom?
Der Eigentümer bzw. Vermieter selbst kann als Elektizitätsversorger gegenüber seinen Stromabnehmern auftreten. Des Weiteren kann ein Energiedienstleister (Contractor) für die Erzeugung des Stromes, den Anlagenbetrieb sowie die Stromlieferung der Mieter beauftragt werden.

Welche Verpflichtungen habe ich als Betreiber einer Anlage im Mieterstrom?
Betreiber haben neben der Stromlieferung auch die damit verbundenen Messdienstleistungen zu verantworten. Die energiewirtschaftliche Abwicklung umfasst beispielsweise auch die Aufstellung von Stromabrechnungen.

Welche Vorteile bietet Mieterstrom?
Vom hausgemachten Strom profitieren beide Parteien. Der Anlagenbetreiber erhält doppelte Einkünfte: Die Mieterstromförderung und zudem die EEG-Vergütung durch die Einspeisung ins öffentliche Versorgungsnetz. Der Strom wird direkt an die Bewohner des Hauses geliefert und nicht ins öffentliche Versorgungsnetz geleitet. Es fallen keine Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Konzessionsabgaben oder weitere Abgaben an.

Warum kann ich knapp 50% des Strompreises bei Mieterstrom sparen?
Der Strom gelangt ohne Umwege zum Letztverbraucher (Bewohner des Hauses) und wird nicht ins öffentliche Stromnetz gespeist. Es fallen keine öffentlichen Abgaben oder Umlagen an. Dadurch entsteht ein wirtschaftlicher Vorteil gegenüber dem Stromeinkauf bei den Stadtwerken.

Was sind die rechtlichen Voraussetzungen für Mieterstrom?
Förderberechtigt ist nur derjenige Strom, welcher direkt an den Letztverbraucher geliefert und nicht ins öffentliche Stromnetz geleitet wird. Lediglich Überschussstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, darf ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Für diesen Strom wird kein Mieterstromzuschlag beansprucht.

Förderberechtigt ist zudem nur Strom aus Solaranlagen, die eine Maximalleistung von 100 Kilowatt aufweisen und nach dem 24.07.2017 in Betrieb genommen worden sind. Darüber hinaus muss die Stromlieferung innerhalb eines Wohngebäudes erfolgen. Gewerbe- oder Industriegebäude erhalten keine Mieterstromförderung. Maßgeblich für das Vorliegen eines Wohngebäudes ist, dass der Wohnflächenanteil bei mindestens 40% der Gesamtfläche liegt.

Wie hoch ist der Mieterstromzuschlag?
Die Höhe des Mieterstromzuschlags errechnet sich aus dem anzulegenden Wert der Anlage, abzüglich eines pauschalen Abschlags in Höhe von 8,5 ct/kWh und der bereits im anzulegenden Wert eingepreisten Vermarktungskosten von 0,4 ct/kWh.

Die Anlagengröße bedingt die Vergütungshöhe:
– Anlagen bis 10 kW 3,81 ct/kWh
– Anlagen bis 40 kW 3,47 ct/kWh
– Anlagen bis 100 kW 2,21 ct/kWh

Wie lange läuft ein Mieterstromvertrag?
Die Laufzeit des Mieterstromvertrages ist auf ein Jahr begrenzt. Diese Frist kann jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden, bedarf jedoch eines expliziten Verlängerungsantrags. Im Kündigungsfall eines Wohnverhältnisses endet auch automatisch die vertragliche Stromlieferung.

Ist der Mieter verpflichtet, den Strom vom Vermieter/Eigentümer zu kaufen?
Der Letztverbraucher kann frei entscheiden, woher er seinen Strom beziehen möchte. Er ist nicht dazu verpflichtet, den Strom vom Vermieter bzw. Anlagenbetreiber abzunehmen.

Woher bekomme ich die Unterlagen für die Anmeldung des Mieterstroms?
Die Bundesnetzagentur stellt die notwendigen Unterlagen und Antragsformulare auf der Internetseite zur Verfügung, die für eine Umsetzung des Mieterstrommodells in der Praxis notwendig sind.